Projekte


Foto: Kelly Lacy, cc
Foto: Kelly Lacy, cc

Transnationale Resilienzstrategien

Seit Juli 2020 leite ich das Forschungsprojekt Transnationale Resilienzstrategien. Tschechische Arbeitsmigration und regionale Wirtschaftsförderung in Ostbayern nach Covid 19. Mit dem Ende des Kalten Krieges und spätestens durch den Beitritt der Tschechischen Republik zur Europäischen Union entwickelten sich die ostbayerischen Landkreise entlang der Grenze zu Tschechien zu einer wichtigen Zielregionen für tschechische Pendlerinnen und Pendler. Die Grenzschließungen im März 2020 und Februar 2021 als Reaktion auf die Ausbreitung der Corona-Pandemie hatten zumindest kurzfristig große Auswirkungen auf die Pendlerinnen und Pendler und die grenznahen Unternehmen. Im Projektteam gehen wir davon aus, dass im Zusammenhang des Europäischen Integrationsprozesses in den vergangenen 30 Jahren Unternehmen in der ostbayerischen Grenzregion Schritt für Schritt immer selbstverständlicher die Gewissheit offener Staatsgrenzen voraussetzten und in ihren Unternehmensstrategien berücksichtigten. Diese Erwartung wurde durch die Corona-Pandemie nun gestört. Wir untersuchen die wirtschaftsgeographischen Auswirkungen der Grenzschließungen und ordnen sie in einen größeren historisch-geographischen Kontext ein. Das Vorhaben wird von der Bayerisch-Tschechischen Hochschulagentur aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums der Finanzen und für Heimat im Rahmen der Sonderausschreibung des Programms Bayerisch-tschechische akademische Projekte 2020 zur Covid-19-Pandemie und deren Folgen gefördert.

Management of Crossborder Rurality

Seit August 2019 koordiniere ich das internationale Forschungsprojekt Management of Crossborder Rurality | Bavaria Bohemia 1990 2020, das die Entwicklung der bayerisch-tschechischen Grenzregion seit dem Ende des Kalten Krieges untersucht. Zusammen mit meinem Kollegen doc. Dr. Lukáš Novotný M.A. von der Unverzita J. E. Purkyně in Ústí nad Labem beschäftigen wir uns mit der übergeordneten Forschungsfrage, wie politische, wirtschaftliche, administrative und zivilgesellschaftliche Akteure aus Ostbayern und Westböhmen in den letzten 30 Jahren seit der Samtenen Revolution in der ehemaligen Tschechoslowakei mit den Chancen und Herausforderungen ländlicher Entwicklungsprozesse umgegangen sind. Die Forschung wird im Rahmen des Joint Call Bayern - Tschechien 2019 - 2021 durch die Bayerisch-Tschechische Hochschulagentur aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums der Finanzen und für Heimat sowie des Ministeriums für Schulwesen, Jugend und Sport der Tschechischen Republik gefördert. 

Raumpolitik in der Weimarer Republik

Im Rahmen meines Dissertationsprojektes beschäftige ich mich seit 2018 mit der Entstehung der Bayerischen Ostmark im geopolitischen Spannungsverhältnis zwischen dem Freistaat Bayern, dem Deutschen Reich und der Ersten Tschechoslowakischen Republik in den Jahren 1918 bis 1933. Dabei untersuche ich, wie Ländlichkeit im politischen Mehrebenensystem der Weimarer Republik verhandelt wurde und welche Raumbilder dabei zur Geltung kamen. Ich frage danach, welche Rolle das Phänomen Grenze für die raumpolitischen Diskurse und Maßnahmen in Ostbayern spielte sowie wann und wie grenzüberschreitende Bezüge in die Tschechoslowakei auf die Raumpolitik in der Bayerischen Ostmark Einfluss hatten. Schließlich setze ich den Fall Bayerische Ostmark zum generellen Ostgrenzen-Diskurs in der Weimarer Republik in Relation und bewerte ihn vor der internationalen Diskussion um die Entwicklung ländlicher Räume in der Zwischenkriegszeit.